Törnbericht und Revier

Hamburg bis Kiel in 3 Tagen: Was Sie auf dem Traditionsschoner erwartet

Steffen Schroeder
6 Minuten Lesezeit
Traditionsschoner Samyrah

Ein Törn von Hamburg nach Kiel ist mehr als eine Überfahrt. Es ist eine Reise durch maritime Geschichte, beeindruckende Technik und unberührte Natur. Wir nehmen Sie mit auf drei unvergessliche Tage an Bord der Samyrah.

Wenn Sie an Bord unseres Traditionsschoners gehen, lassen Sie den Alltag am Steg zurück. Die Samyrah ist ein klassischer Zweimast-Gaffelschoner aus Holz, rund 20 Meter lang. Ein Schiff mit Geschichte und Charakter. Hier wird noch richtig gesegelt: Jeder packt mit an, jeder lernt etwas, und jeder kehrt mit Geschichten zurück, die er nicht vergisst.

Tag 1

Leinen los in Hamburg-Harburg

Unsere Reise beginnt im Binnenhafen von Hamburg-Harburg. Schon beim Betreten der Samyrah spüren Sie den besonderen Charme eines echten Traditionsschiffes: Holz, Messing und traditionelles Tauwerk prägen das Bild. Kein Plastik, kein Hightech, nur das Wesentliche.

Nach einer herzlichen Begrüssung durch Skipper Fridtjof Thiele  und einer kurzen Sicherheitseinweisung heisst es: Leinen los! Wir gleiten die Elbe hinab, vorbei an der beeindruckenden Kulisse des Hamburger Hafens. Containerriesen, Fähren und die grünen Elbufer: ein Panorama, das man so nur vom Wasser aus erlebt.

Den ersten Abend verbringen wir an einem idyllischen Liegeplatz an der Elbe. Das gemeinsame Abendessen an Deck, der Geruch von Salzwasser und das leise Knarzen des Holzes. So beginnt ein echter Segeltörn.

Tipp: Einen Tag früher anreisen

Wenn Sie von weiter her kommen, lohnt es sich, schon einen Tag früher in Hamburg zu sein. Erkunden Sie die Speicherstadt, machen Sie eine Hafenrundfahrt und starten Sie entspannt in Ihren Törn.

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Tag 2

Durch den Nord-Ostsee-Kanal

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen des Nord-Ostsee-Kanals (NOK). Mit 98 Kilometern Länge verbindet er die Nordsee mit der Ostsee und ist die meistbefahrene künstliche Wasserstrasse der Welt. Täglich passieren hier rund 90 Schiffe, von kleinen Sportbooten bis zu riesigen Containerschiffen.

Die Einfahrt in die Schleuse Brunsbüttel ist ein Erlebnis für sich. Gemeinsam mit Frachtschiffen, die uns um ein Vielfaches überragen, werden wir auf das Niveau des Kanals gehoben. Ein Moment, der jeden Erstbesucher sprachlos macht.

Die Fahrt durch den NOK ist faszinierend: Auf der einen Seite die gewaltige Berufsschifffahrt, auf der anderen Seite idyllische schleswig-holsteinische Landschaft, kleine Fähren und winkende Menschen am Ufer. Da auf dem Kanal das Segeln unter Segel nicht erlaubt ist, fahren wir unter Motor. Das gibt uns Zeit, die Aussicht zu geniessen, gute Gespräche an Deck zu führen und uns mit Essen verwöhnen zu lassen.

Wussten Sie schon?

Der Nord-Ostsee-Kanal wurde 1895 eröffnet und ist seitdem das Herzstuck der deutschen Schifffahrt. Auf dem Weg von Brunsbüttel nach Kiel-Holtenau passieren Sie zwei Schleusenanlagen und fahren durch das Herz Schleswig-Holsteins.

Ausrüstungs-Tipp: Kein Detail verpassen

Auf dem NOK gibt es unglaublich viel zu sehen, von seltenen Vögeln am Ufer bis zu den Details der vorbeifahrenden Ozeanriesen. Ein gutes, wasserdichtes Fernglas gehört auf jeden Törn.

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Tag 3

Ankunft in Kiel: Segel setzen auf der Förde

Am dritten Tag erreichen wir die Schleuse Kiel-Holtenau. Sobald sich die Tore zur Kieler Förde öffnen, spüren wir die frische Ostseebrise. Jetzt können wir endlich die Segel setzen!

Gemeinsam packen wir an: Fallen holen, Segel setzen, Schoten belegen. Auf der Samyrah ist Teamwork gefragt, aber Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Jeder Handgriff wird erklärt, jeder darf mitmachen, und wer möchte, darf sogar ans Ruder.

Unter weissen Segeln gleiten wir über die Kieler Förde, vorbei am Marineehrenmal Laboe, bis wir schliesslich unseren Zielhafen in Kiel erreichen. Beim abschliessenden Anleger-Bier lassen wir die Eindrücke der letzten drei Tage Revue passieren. Und die meisten Gäste fragen bereits, wann der nächste Törn stattfindet.

Was Sie für diesen Törn brauchen

Ein Törn auf einem Traditionsschiff erfordert keine spezielle High-Tech-Ausrüstung. Aber die richtige Kleidung macht den Unterschied. Das Wetter auf See kann schnell umschlagen, auch im Sommer.

  • Winddichte Segeljacke oder Ölzeug: Auch im Sommer kann es auf dem Wasser empfindlich kühl werden, besonders nachts und bei Fahrt.
  • Bequeme, rutschfeste Schuhe: Helle Sohlen sind auf dem Holzdeck bevorzugt (keine schwarzen Sohlen).
  • Sonnenschutz LSF 50+: Auf dem Wasser ist die UV-Strahlung deutlich stärker als an Land, auch bei Bewölkung.
  • Weiche Reisetasche oder Seesack: Bitte keine Hartschalenkoffer. Ein wasserdichter Seesack ist ideal.
  • Warme Lagen (Fleece oder Merino): Für kühle Abende und Nachtfahrten unverzichtbar.
  • Persönliche Medikamente: Wer zu Seekrankheit neigt, sollte vorsorglich Tabletten oder ein Pflaster mitnehmen.

Der perfekte Begleiter: Wasserdichter Seesack

Ein Dry-Bag oder wasserdichter Seesack schützt Ihre Kleidung vor Spritzwasser und lässt sich in der Koje platzsparend zusammenrollen. Unverzichtbar auf jedem Segeltörn.

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Richtig ausgerüstet: Segeljacke und Ölzeug

Eine gute Segeljacke ist die wichtigste Investition für jeden Segler. Sie schützt vor Wind, Regen und Spritzwasser und ist gleichzeitig atmungsaktiv. Für Einsteiger reicht ein einfaches Coastal-Ölzeug völlig aus.

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Kommen Sie an Bord der Samyrah!

Erleben Sie diese einzigartige Reise von Hamburg über den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel selbst. Die Plätze sind begrenzt.

149 Euro pro Person, inkl. Übernachtung an Bord

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Keine Segelerfahrung erforderlich | Uebernachtung an Bord inklusive | Begrenzte Plaetze

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